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Drohneninspektion am Dach: Ablauf, Rechtsrahmen (EU-Drohnenrecht) und Kosten 2026

Die Drohne hat in den letzten fünf Jahren das Dachgutachten verändert. Denn der klassische Zugang ist aufwendig und riskant: Ein Flachdach zu betreten verlangt in der Regel persönliche Schutzausrüstung und die Beachtung der Sicherheitsvorschriften gegen Absturz. Ein Steildach ist von außen meist gar nicht zu besichtigen — ohne Hilfsmittel bleibt nur der Blick aus der Ferne, etwa von der gegenüberliegenden Straßenseite. Was früher ein Hubsteiger-Tag oder ein Gerüst war, ist heute ein 30-minütiger Flug mit hochauflösenden Bildern. Dieser Beitrag beschreibt den Ablauf, die rechtlichen Pflichten unter dem EU-Drohnenrecht und die Kostenstruktur für Eigentümer und Auftraggeber.

Wo Drohnenbefliegung dem Gerüst überlegen ist

Wo die Drohne nicht ersetzt: Materialprüfung am Bauteil (Bohrkern, Festigkeit), Umfangreiche Reparaturzugänge, Wartungseingriffe.

Was die Drohne typischerweise zeigt

Je nach Einsatzzweck kommt dabei unterschiedliches Gerät zum Einsatz: Für eine grobe Ersteinschätzung genügt oft eine Drohne unter 250 Gramm (Klasse C0, Unterkategorie A1) — sie unterliegt den geringsten Auflagen der offenen Kategorie; Betreiber-Registrierung und Haftpflichtversicherung bleiben auch hier Pflicht. Die Detailbefundung — Ziegelbrüche, Verfugung, Hotspots — bleibt Aufgabe der Inspektionsdrohne der Klasse C2 (z. B. DJI Mavic 3 Enterprise) mit hochauflösender Sensorik. In der Praxis liefern solche Inspektionsflüge mit Photogrammetrie-Auswertung zuverlässig Befunde zu:

  1. Dachziegel-Brüche und Verschiebungen nach Stürmen oder Setzungen.
  2. Moos- und Algenbefall als Indikator für ablaufgestörte Dachflächen.
  3. First- und Gratziegelvermörtelung – häufige Schadstelle.
  4. Dachrinnen und Fallrohre – Verstopfungen, lose Halter, Korrosion.
  5. Schornsteinkopf – Verfugung, Abdeckung, Versottungs-Spuren.
  6. Photovoltaik-Anlagen – Modul-Hotspots (mit Thermografie-Drohne), Verschattungen, Verschmutzung.
  7. Flachdach-Abdichtungen – Blasen, Faltenbildung, Notüberläufe.
  8. Anschlüsse Schornstein/Wand – Bleieinfassungen, Anschlussbleche.

Rechtsrahmen: EU-Drohnen-Verordnung (EU) 2019/947

Seit 31.12.2020 gilt in der EU einheitlich die Verordnung (EU) 2019/947 mit drei Risikoklassen (Open, Specific, Certified). Für Gebäudeinspektion mit handelsüblichen Drohnen unter 25 kg ist fast immer die Open Category einschlägig, mit drei Unterkategorien:

Unterkategorie Drohnenklasse Mindestabstand zu Personen Anwendung Gebäudeinspektion
A1 < 250 g (C0/C1) Überfliegen unbeteiligter Personen erlaubt (mit Einschränkungen) Grobe Ersteinschätzung mit Sub-250-g-Drohnen; Sensorik begrenzt
A2 < 4 kg (C2) mind. 30 m, mit Low-Speed-Mode 5 m Standard für professionelle Inspektion
A3 < 25 kg (C3/C4) 150 m zu Wohn-/Industriegebieten Großgrundstücke, ländlich

Für die meisten Gebäudeinspektionen in Düsseldorf, Köln, im Ruhrgebiet ist A2 die einschlägige Kategorie. Voraussetzungen:

Mein Drohnen-Zeugnis A1/A3 liegt vor; A2-Befliegung erfolgt im Rahmen der Privatkunden- und TDD-Mandate über spezialisierte Partner mit C2-zertifizierten Drohnen.

Wo geflogen werden darf – Geozonen NRW

Die DFS Deutsche Flugsicherung pflegt die deutsche Geozonen-Karte (u. a. verfügbar in der DroniQ-App). In NRW relevant:

Vor jedem Flug ist ein Vorflug-Check Pflicht: Wetter, Wind (< 10 m/s sicher fliegbar mit C2-Drohne), Geozonen, Notlandeflächen, Akkustand.

Ablauf einer Drohneninspektion

In meiner Praxis folgt eine Inspektion diesem Schema:

  1. Auftragsklärung (15 min): Was ist die Frage? Dach komplett, oder Schornstein, oder PV-Anlage?
  2. Vorflug-Check (vor Anreise): Geozone, Wetter, ggf. Genehmigung Kontrollzone.
  3. Vor-Ort-Briefing mit Bauherr (10 min): Datenschutz-Hinweis Nachbarn, Notfallszenarien.
  4. Befliegung (20–60 min): standardisierte Mission, ergänzt um manuelle Detail-Aufnahmen an Verdachtsstellen.
  5. Ggf. Thermografie-Flug (zusätzlich 30 min, mit dualer Sensor-Drohne).
  6. Datensicherung (vor Ort): SD-Karte gesichert, Vorab-Sichtung der Bildqualität.
  7. Auswertung (1–3 Tage Büro): Befundliste, ausgewählte Bilder mit Annotation, ggf. 3D-Modell aus Photogrammetrie.
  8. Übergabe-Bericht (PDF, 10–25 Seiten) plus Bildarchiv.

Kosten 2026 in NRW

Eine Drohnen-Sichtinspektion des Dachs kostet beim Einfamilienhaus marktüblich 250 bis 450 EUR — für die reine Inspektion ein Drittel bis ein Zehntel dessen, was Gerüst oder Hubsteiger kosten. Marktübliche Bandbreiten, kein Angebot:

Leistung Bandbreite
Reine Sicht-Inspektion EFH (Bilder + Befundliste) 250 – 450 EUR brutto
Sicht-Inspektion + Thermografie EFH 450 – 750 EUR brutto
3D-Modell aus Photogrammetrie (Punktwolke + Mesh) zusätzlich 200 – 500 EUR
Inspektion MFH bis 6 WE 450 – 900 EUR brutto
PV-Anlage-Inspektion mit Thermografie 400 – 800 EUR brutto
Genehmigungspflichtige Befliegung Flughafenzone (Düsseldorf) + 150 – 300 EUR Verwaltungsaufwand

Bei meinen Kaufbegleitungen kann der Drohnen-Check des Daches Teil des Leistungspakets sein — er wird dann nicht separat berechnet.

Datenschutz und Nachbarschaft

Auch bei rein privater Inspektion gilt: Foto- und Videoaufnahmen, die Nachbargrundstücke oder Personen erfassen, sind DSGVO-relevant. In der Praxis:

Versicherung

Pflicht ist eine Drohnen-Haftpflichtversicherung (gewerblich): typische Jahresprämie 250–600 EUR für eine 4-kg-Drohne. Mein Versicherungs-Setup ist Teil des Berufshaftpflicht-Bündels.

Fazit

Die Drohneninspektion ist 2026 die Standard-Methode für Dach-, Fassaden- und PV-Anlagen-Sichtprüfung. Im Open-Category-Rahmen ist sie rechtssicher umsetzbar — je nach Abstand zu Personen und Drohnenklasse in der Unterkategorie A1/A3 oder A2 – Voraussetzung ist ein sauberer Vorflug-Check und ein bewusstes Datenschutz-Vorgehen. Wirtschaftlich liegt sie für reine Inspektion bei einem Drittel bis einem Zehntel dessen, was ein Gerüst oder Hubsteiger kostet. Am Ende ist der Drohnenflug ein Werkzeug der Bestandsaufnahme – und genau diese Bestandsaufnahme samt Grundlagenermittlung ist essenziell, um Kosten und Risiken am Dach vernünftig abschätzen zu können.


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Nächster Schritt: Übersicht zur eingesetzten Diagnostik und Technologie oder Drohnenflug im Rahmen einer Kaufbegleitung anfragen.

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