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iSFP 2026: Sanierungsfahrplan, BAFA-Förderung und der 5-Prozent-Bonus erklärt

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist seit 2017 das zentrale Instrument der bundesweiten Wohngebäude-Energieberatung. Im Jahr 2026 ist er nicht nur Beratungsdokument, sondern auch Schlüssel zu einem 5-Prozent-Bonus auf BEG-EM-Förderungen. Dieser Beitrag erklärt Aufbau, Förderlogik und die typischen Stolperfallen.

Was ein iSFP ist – und was nicht

Der iSFP ist ein standardisierter Beratungsbericht für ein konkretes Wohngebäude. Er stellt den energetischen Ist-Zustand fest, beschreibt einen energetischen Zielzustand (Effizienzgebäude- oder Effizienzhaus-Klasse) und legt einen mehrstufigen Sanierungsweg dorthin fest. Das Format und die Inhalte sind durch die BAFA-Richtlinie und das Layout-Vorgaben der dena vorgegeben.

Ein iSFP ist nicht:

Aufbau eines iSFP-Berichts

Ein vollständiger iSFP umfasst typischerweise 30 bis 60 Seiten und folgt dieser Struktur:

  1. Mein Haus – Bestandsaufnahme: Hülle, Anlagentechnik, Verbrauch, energetische Schwachstellen.
  2. Mein Sanierungsfahrplan – das zentrale „Fahrplan-Bild“: ein bis sechs Sanierungsschritte, jeweils mit Effekt auf Endenergie, Primärenergie, CO₂ und mit grober Investitionsschätzung.
  3. Meine Maßnahmen im Detail – pro Schritt: Bauteilbeschreibung, technische Eckwerte (U-Werte, Heizlast), Förderhinweise, qualitative Hinweise (Schimmelvermeidung, Lüftung).
  4. Meine Wirtschaftlichkeit – Kostendarstellung in einer harmonisierten Form, Vergleich Komplettsanierung vs. Schritt-für-Schritt.
  5. Meine Förderung – BAFA und KfW-Programme, je nach Schrittpaket.

BAFA-Förderlogik 2026

Die Wohngebäude-Energieberatung wird gefördert nach der Richtlinie „Energieberatung für Wohngebäude (EBW)“. Stand 2026 (vor Antragstellung bitte aktuelle BAFA-Richtlinie prüfen):

Der 5-Prozent-iSFP-Bonus

Der entscheidende wirtschaftliche Hebel des iSFP entsteht erst nach der Beratung – wenn der Eigentümer einen der dort empfohlenen Sanierungsschritte über die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG-EM, Einzelmaßnahmen) umsetzt:

Beispielrechnung (illustrativ, Stand 2026):

Position Wert
WDVS-Maßnahme förderfähige Kosten 40.000 EUR
Grundförderung BEG-EM (15 %) 6.000 EUR
iSFP-Bonus (+5 %) 2.000 EUR
Gesamtzuschuss 8.000 EUR

Der iSFP-Eigenanteil von typischerweise 300–500 EUR amortisiert sich also bereits beim ersten geförderten Sanierungsschritt um ein Vielfaches.

Die Reihenfolge-Logik – warum sie über Wirtschaftlichkeit entscheidet

Eine der wichtigsten Funktionen des iSFP ist die Sequenzierung der Sanierung. Klassische Fehler bei eigenständig geplanten Sanierungen:

Ein iSFP setzt deshalb fast immer in dieser Reihenfolge an: zuerst Hülle, dann Lüftung, dann Anlagentechnik. Nur in begründeten Sonderfällen (defekte Heizung als Auslöser) wird abgewichen.

Wer einen iSFP erstellen darf

Berechtigt sind ausschließlich Energieeffizienz-Experten, die in der bundesweiten dena-Liste eingetragen sind und den jährlichen Fortbildungsnachweis erbringen. Architekten, Ingenieure, Handwerksmeister – die Listung ist berufsoffen, aber an Mindeststundenzahl Aus- und Fortbildung gekoppelt.

In meinem Modell für die Energieberatung in Düsseldorf übernehme ich die bauseitige Datenaufnahme, Beratung und Qualitätskontrolle als Architekt AKNW; die formale Berichtserstellung erfolgt in Kooperation mit gelisteten Energieberater-Partnern. So sind beide Anforderungen erfüllt: bautechnische Tiefe und formale Förderfähigkeit.

Häufige Stolperfallen

  1. iSFP nach Maßnahmenbeginn beauftragt. Der iSFP-Bonus gilt nur für Maßnahmen, die nach der Beratung beginnen. Wer bereits saniert und dann den iSFP nachholt, verliert den 5-%-Bonus für die laufende Maßnahme.
  2. Abweichende Ausführung. Wenn das ausgeführte Bauteil signifikant von der iSFP-Empfehlung abweicht (z. B. WDVS 14 cm statt empfohlener 20 cm), kann der Bonus entfallen.
  3. Verlust des iSFP-Berichts. Der Bericht muss bei BEG-EM-Antrag vorgelegt werden. Ohne Bericht kein Bonus.
  4. Antragsfrist BEG-EM. Antrag vor Vergabe an das ausführende Unternehmen einreichen.

Fazit

Der iSFP 2026 ist mehr als eine Pflichtübung – er ist ein wirtschaftliches Werkzeug mit hohem Hebel. Bei Eigenanteilen von wenigen hundert Euro nach BAFA-Förderung amortisiert er sich bereits bei der ersten geförderten Sanierungsmaßnahme. Wichtig ist die Reihenfolge: zuerst die Beratung, dann die Maßnahme – nicht umgekehrt. Und die Qualität des Fahrplans steht und fällt mit der Bestandsaufnahme – nur eine saubere Grundlagenermittlung erlaubt es, Kosten und Risiken der einzelnen Schritte vernünftig abzuschätzen.


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